Es gibt Dinge, die ändern sich nie. Die Dativ-Affinität von Herbert Prohaska. Andi Herzog immer noch nicht im Stimmbruch. Roman Mählich und seine Begeisterungsfähigkeit wie ein PAX-Schrank. Und dass sich Österreich selbst heillos überschätzt. Es ist schön, wenn man sich auf diese alten Werte besinnen kann. Denn das heurige Eröffnungsspiel brachte so viele Neues mit sich, dass der blaue Herbert fast vom Melkschemel gekippt wäre. Countdown-Timer bei Einwürfen. Heidreischenbregs (Zuzlpause). Ein Ball mit so Elektronik-Glumpat drin. Dazu noch drei glatt rote – manche würden sagen rein rote – Karten. Und mit Mexiko einen verdienten Sieger.
Doch der Reihe nach. Am Anfang gab es eine fulminante Auftaktshow, die das altehrwürdigen Aztekenstadion wohl noch nicht so oft gesehen hat. Mit Shakira, Burna Boy und vielen weiteren mexikanischen und südamerikanischen Stars. Und da schau her, Italien ist doch bei der WM…wenn auch nur für die 3 Minuten, die Andrea Bocelli singen darf. Die Show endet mit einem Hubschrauberüberflug einer überdimensionierten mexikanischen Flagge und der Botschaft – Kerosinpreis, drauf geschissen, wir haben den Golf von Mexico und Bohrplattformen.
Dann Anpfiff zum Spiel. Schiedsrichter Sampaio, mit einer flotten Videobrille aus der Borg-Ära von Star Trek Next Generation ausgestattet, pfeift an und darf bereits nach 9 Minuten einen ersten Höhepunkt vermelden – das erste Tor des Turniers durch Quiniones nach einem schweren Fehler von Sithole. Die Mexikaner bleiben am Drücker, Südafrika will, aber kann nicht. Nach einer schwachen Halbzeit (ok, es gab noch einen Stangenschuss) geht es in die Pause. Und die zweite Halbzeit hat es dann in sich. Zuerst sieht der Südafrikaner Yaya Sithole nach einer Notbremse rot (ja der, der das erste Gegentor verschuldet hat). Mexiko kann aus der Überzahl wenig machen und es dauert noch weitere 15 Minuten (und ein gellendes Pfeifkonzert im Stadion) bis die sowieso schon überlegenen Mittelamerikaner das erlösende 2:0 erzielen. Es folgt eine weitere rote Karte für Südafrika nach dem Griff von Zwane ins Gesicht eines Mexikaners, das Spiel war damit klassisch „gloffa“. In der 92. Minute macht dann Cesar Montez – der mexikanische Kapitän – mit einem unsäglich dummen Foul, einer weiteren Notbremse, den lupenreinen Rot-Hattrick komplett. Die anschließende Chance von der Strafraumgrenze zur Ergebniskosmetik vergibt Südafrika kläglich. Aber sowas von kläglich. Bitte schaut euch das an.
Und so bleibt am Ende ein Eröffnungsspiel für die Geschichtsbücher. Es war optisch nicht ansprechend. Aber historisch. Und mit Mexiko gab es einen verdienten Sieger. Apropos Sieger – das erste und natürlich noch nicht sehr aussagekräftige Ranking wurde bereits hochgeladen.

…und das KOR-CZE Spiel wurde gerade im Ranking ergänzt 😉