Autor: Gastkommentator

Zweites WM-Halbfinal: Das war ENG und ARG!

Man hätte es sich schon bei den Hymnen denken können, bei denen die Fans den Gesang des jeweils anderen Teams mit einem gellenden Pfeifkonzert übertönen. Das wird eine heiße Partie.  

Und es dauert nicht lange bis es zur ersten Rudelbildung der Teams kommt. Wir sehen immer wieder ein Gezerre, ein Gerangel, Ringel-Rangel, ein Rempler da, ein Stößchen hier. 

Es herrscht aber nicht nur Entfremdung auf dem Platz, es gibt auch ganz viel Nähe, Umarmungen und Einhängen beim Gegenüber. Letztlich rollen Argentinier und Engländer immer wieder paarweise eng umschlungen über den Rasen. 

Was wie der Fiebertraum Dreizehnjähriger aussieht, die ihre erste Liebe bei der Sportwoche am Ossiacher See auf dem Klo der Dorfdisco finden, ist in Wirklichkeit ein hochintensives, hochemotionales Halbfinale, das zwar kaum Chancen, jedoch viel Spannung bietet. 

Die größte Leistung freilich bietet bisher der Schiedsrichter. Abgeklärt zieht er jedem „Trash Talk“ (Zitat Martin Harnik) den Zahn und holt sich den Respekt der Spieler. Die erste Gelbe gibt es dann tatsächlich erst nach einem Triple-Foul, bei dem Messi ordentlich in die Mangel genommen wird. Die zweite dann nach langem Gezerre und taktischem Chancenvermasseln von Martinez. Bisweilen über alle Kritik erhaben. 

Torlos geht es in die Pause.

Halbzeit zwei beginnt und gleich zu Beginn kommt Alvarez mit einer Doppelchance über rechts. Dann in der 55. Minute, in einer Phase, in der Argentinien eigentlich besser ist, fällt das 1:0 für England. Kane passt auf Rogers, der rechts an die Strafraumgrenze zieht und zentral vors Tor flankt. Gordon lenkt den Ball ins Tor, so schnell kann es gehen. 

Argentinien lässt sich davon allerdings nicht beeindrucken und drückt nur noch entschlossener.

Diese – manchen nennen es „Leidensfähigkeit“ – kumuliert dann in einer Großchance für Argentinien nach einer Flanke von Messi auf Gonzales, der den Ball ins linke Eck drücken möchte. Allerdings hat er die Rechnung ohne England-Törhüter Pickford gemacht, der die Three Lions mit einer Glanztat in die Hydration Break rettet.

Aber auch nach der Trinkpause zeigt Argentinien, dass dieses Spiel noch lange nicht entschieden ist. Zwei Chancen nach Flanken, zweimal Abschluss per Kopf von Mac Allister. Und nur zwei Minuten später die nächste Chance, wieder per Kopf, diesmal Gonzales, der das Tor nur knapp verfehlt. 

Die Antwort von Tuchels England: Einwechslung von O’Reilly und Zwei-Meter-Hühne Burn. Fünferkette. Ob diese Taktik des Mauerns aufgeht, wird sich weisen. 

Nein, wird sie nicht. 

Argentinien wird mit einem Tor belohnt. Enzo Fernández trifft mit einem schönen, aber nicht unhaltbaren Schuss. Pickford, der bis jetzt auf der Linie eigentlich immer richtig stand, pickt im kurzen Eck und kommt dann nicht mehr fort zum Ball. Guess, he did noch pick the right corner… Es steht 1:1.

Und irgendwie spielt jetzt nur noch Argentinien. 

England sollte schleunigst was unternehmen, weil es glaubt ja niemand wirklich, dass das Momentum in der Verlängerung zurückkommt. Und dann ist es schon da, das 2:1 für Argentinien. Martinez per Kopf, völlig verdient. 

Der Cheddar ist gegessen. Der Cracker ist gekrackt. Das Ale ist alle. 

Argentinien im Finale. 

England zurück auf die Insel. 

Tuchel wieder nach Deutschland? 

Die wichtigere Frage, zumindest fürs Erste ist aber, wie wirkt sich diese Partie auf das aktuelle Tipptoto-Ranking aus? 

63 von 213 haben Argentinien ins Finale getippt und Flo Pro übernimmt sensationell die Führung im Ranking.

Messi über alles? Nicht wirklich, unter den aktuellen Top 10 glaubt nur cle 1860 an den Titel für Argentinien. 

Den größten Sprung nach vorne und zwar um satte 39 Plätze machen Capybara, sid und Stephanderl. Einen nicht minder großen Satz macht Emiliano (+38 Plätze).

Der Rest geht heute leer aus. Das tut weh, besonders leiden heute $owitasgoht, Jay-Jay, Jenny&Riley, Kle und TRTB, die 18 Plätze im Ranking einbüßen.

Trotzdem sage ich euch, seid nicht traurig. Es stehen noch zwei spannende Spiele bevor und selbst wenn die Top 10 nicht mehr in Griffweite sind, ein respektables Ranking lässt sich mitunter immer noch herausholen.

Gastbeitrag von Toni Postler

Los geht’s mit der K.o.-Phase

Gastbeitrag von „Toni Postler“ aka Reiner.

Hui, kann es sein, dass wir schlanke 72 Vorrundenspiele bereits hinter uns haben und es jetzt also tatsächlich ans Eingemachte geht? Oder wie es Rudi Völler so schön sagt: „Jetzt geht die WM richtig los.“

Somit starten wir mit neuem Schwung in die Phase der K.o.-Spiele, genauer gesagt in die Sechzehntelfinale. Wobei, ist es nicht ein wenig vermessen, bei noch 32 im Turnier befindlichen Mannschaften schon von einem Finale zu sprechen? Vielleicht wären die Begriffe „Sechzehntelvorausscheidung“ oder „Sechzehntelfinälchen“ passender.

Jedenfalls sind die ersten drei Partien geschlagen. Sie brachten eine faustdicke Überraschung und die Erkenntnis, dass große Teams Schwierigkeiten haben, den Sack zuzumachen und wir den kommenden Weltmeister in diesen drei Spielen wohl noch nicht gesehen haben.

Den Anfang machte Kanada, das sich mit reichlich Mühe aber letztlich doch verdient gegen Südafrika durchsetzt. Das Team von Jesse Marsch trifft durch Stephen Eustaquio erst in der Nachspielzeit (92. Minute) und erreicht erstmals bei einer WM das Achtelfinale. Dass der Ex-Salzburg-Trainer nicht nur überzeugende Motivational Speeches halten kann, sondern auch die ein oder andere Träne verdrückt, passt zu dieser sympathischen Erfolgsgeschichte der „Canadian Heroes“.

In Spiel zwei traf Japan auf Brasilien und damit die tänzelnde Seleção auf die wuselnden Hochgeschwindigkeitsfußballer aus dem Land der aufgehenden Sonne.

Der Rekordweltmeister kommt früh zu Chancen und hat viel Ballbesitz, macht daraus aber vorerst kein Tor. Ganz anders Kaishu Sano, der in der 29. Minute einen Fehlpass im Mittelfeld abfängt und dann mit einem absoluten Shinkansen-Zug zum Tor den Trionda in der Ecke versenkt. Es steht 0:1 für Japan.

In Hälfte zwei setzt sich Brasiliens Qualität letztendlich durch, Casemiro köpfelt bildschön zum Ausgleich in der 56. Minute. Und Gabriel Martinelli sorgt in der 95. Minute mit einem platzierten Treffer nach genialem Zuspiel von Bruno Guimarães für den Endstand von 2:1 und damit auch dafür, dass Brasilien Kräfte schonen kann und nicht in die Verlängerung muss.

Spiel drei bringt das Duell zwischen Deutschland und Paraguay. Die Kräfteverhältnisse sind von Beginn an klar, Deutschland hat erdrückend viel Ballbesitz, wenngleich nicht wirklich zählbares herausschaut. Die ungleiche Verteilung bemerkt auch ORF Co-Kommentator Roman Mählich, Paraguay kommt nach 34 Minuten auf gerade einmal 30 gespielte Pässe.

Ja gut, das ist überschaubar. Wobei zur paraguayischen Verteidigung gesagt werden muss, Passqualität geht eindeutig vor Quantität. Wie so ein Qualitätspass aussehen kann, zeigt Paraguay in Minute 42 mit einem Zuspiel auf Matías Galarza, der unbedrängt auf Julio Enciso flanken kann.

Der 1,73 Meter Mann kommt ungestört zum Kopfball und lässt Neuer keine Chance. Die Deutschen sind irritiert und versuchen zu drücken, aber bis zur Pause will da auch nichts mehr reingehen.

In Hälfte zwei tut sich erstmal nichts. Deutschland kommt dann aber durch einen genialen „Havertz-Hair-Moment“, bei dem er dem Ball sanft Richtung mitgibt zum verdienten Ausgleich in der 54. Minute. Deutschland dominiert weiter, aber ist viel zu selten zwingend und muss in die Verlängerung. Dort wird dann ein Tor von Jonathan Tah aberkannt und es bleibt beim 1:1. Und ja, Deutschland bringt ihn einfach nicht rein, köpfelt zu zentral und das Spiel wird zunehmend ruppiger.

Und dann kommts tatsächlich zum Elfmeterschießen.

Fahrlässig. Deutschland ist schon weg. Paraguay und Neuer bringt sie wieder zurück. Und dann verschießt Tah und Canale macht den Sack zu.

Deutschland ist raus, verliert 4:5 nach Elfmeter. Bitter. Aber auch selbstverschuldet. Wir schreiben die dritte Staffel von „Goodbye Deutschland! Die Auswanderer“.

EDIT von Florian zu den Punkten im Tipptoto…folgt in Kürze.

Über volle 6 Punkte und einer Erfolgsquote von 100% dürfen sich Susette, Bufo Bufo, lübi, the walking dad, LEILALALA, TISSI, Wurstbaron, pronsky beat, busy petting the cat und Pippi 71 freuen. Paraguay im Achtelfinale? Verdiente Punkte. LEILALA stürmt mit ihrem richtigen Tipp 52 Plätze nach vorne und findet sich auf einmal in den Top 100 wieder, in Schlagweite zu den Fuffzigern.

In Führung bleibt Hopp Schwiz, er hat bereits 100 Punkte auf dem Konto. Dahinter folgt der außer Konkurrenz agierende Tipico-Tipp und auf Platz 3 Dan Tan und Karlheinz Schürrle, das dynamische Duo aus einem Walserort am Tannberg.  Ihre Leistung (bis dato) ist besonders hervorzuheben, hat doch besagtes Dorf einen Fußballplatz der nur von Juli bis September (halbwegs) grün ist und somit verfügen die beiden über so viel Ahnung vom Fußball wie Schneckerl von der Grammatik.  Auf Platz fünf folgen jedenfalls Deif und Tombalabomba, auf Platz sieben lauern Tippczeker, Jay-Jay und Ivan Campo, der gefürchtete Quiz-Gott.  

Insgesamt 7 Unglücksraben und Unglücksräbinnen haben heute 0 Punkte gemacht. Fast schon standesgemäß ist SAKA in diesen Kreisen zu finden. Damit sie heute nicht so alleine ist, gesellen sich zur „Nullerpartie“ noch Momo2011, Schuschu, Titelfavorit, Köbi, Babu und Speedy2489 dazu. Gemeinsam statt einsam, das nenne ich Teamspirit. Babu möchten wir hier noch besonders hervorheben, er hat 46 Ränge eingebüsst und fliegt hochkant aus den Top 100 wie ein KPMG-Berater mit Schlips und ausgedruckter PowerPoint Präsentation vor der Tür vom Berghain in Berlin.

Somit bleibt SAKA ganz am Ende der Tabelle, vor ihr liegen Prälatendamm Kickers und Momo2011.