Gastbeitrag von „Toni Postler“ aka Reiner.
Hui, kann es sein, dass wir schlanke 72 Vorrundenspiele bereits hinter uns haben und es jetzt also tatsächlich ans Eingemachte geht? Oder wie es Rudi Völler so schön sagt: „Jetzt geht die WM richtig los.“
Somit starten wir mit neuem Schwung in die Phase der K.o.-Spiele, genauer gesagt in die Sechzehntelfinale. Wobei, ist es nicht ein wenig vermessen, bei noch 32 im Turnier befindlichen Mannschaften schon von einem Finale zu sprechen? Vielleicht wären die Begriffe „Sechzehntelvorausscheidung“ oder „Sechzehntelfinälchen“ passender.
Jedenfalls sind die ersten drei Partien geschlagen. Sie brachten eine faustdicke Überraschung und die Erkenntnis, dass große Teams Schwierigkeiten haben, den Sack zuzumachen und wir den kommenden Weltmeister in diesen drei Spielen wohl noch nicht gesehen haben.
Den Anfang machte Kanada, das sich mit reichlich Mühe aber letztlich doch verdient gegen Südafrika durchsetzt. Das Team von Jesse Marsch trifft durch Stephen Eustaquio erst in der Nachspielzeit (92. Minute) und erreicht erstmals bei einer WM das Achtelfinale. Dass der Ex-Salzburg-Trainer nicht nur überzeugende Motivational Speeches halten kann, sondern auch die ein oder andere Träne verdrückt, passt zu dieser sympathischen Erfolgsgeschichte der „Canadian Heroes“.
In Spiel zwei traf Japan auf Brasilien und damit die tänzelnde Seleção auf die wuselnden Hochgeschwindigkeitsfußballer aus dem Land der aufgehenden Sonne.
Der Rekordweltmeister kommt früh zu Chancen und hat viel Ballbesitz, macht daraus aber vorerst kein Tor. Ganz anders Kaishu Sano, der in der 29. Minute einen Fehlpass im Mittelfeld abfängt und dann mit einem absoluten Shinkansen-Zug zum Tor den Trionda in der Ecke versenkt. Es steht 0:1 für Japan.
In Hälfte zwei setzt sich Brasiliens Qualität letztendlich durch, Casemiro köpfelt bildschön zum Ausgleich in der 56. Minute. Und Gabriel Martinelli sorgt in der 95. Minute mit einem platzierten Treffer nach genialem Zuspiel von Bruno Guimarães für den Endstand von 2:1 und damit auch dafür, dass Brasilien Kräfte schonen kann und nicht in die Verlängerung muss.
Spiel drei bringt das Duell zwischen Deutschland und Paraguay. Die Kräfteverhältnisse sind von Beginn an klar, Deutschland hat erdrückend viel Ballbesitz, wenngleich nicht wirklich zählbares herausschaut. Die ungleiche Verteilung bemerkt auch ORF Co-Kommentator Roman Mählich, Paraguay kommt nach 34 Minuten auf gerade einmal 30 gespielte Pässe.
Ja gut, das ist überschaubar. Wobei zur paraguayischen Verteidigung gesagt werden muss, Passqualität geht eindeutig vor Quantität. Wie so ein Qualitätspass aussehen kann, zeigt Paraguay in Minute 42 mit einem Zuspiel auf Matías Galarza, der unbedrängt auf Julio Enciso flanken kann.
Der 1,73 Meter Mann kommt ungestört zum Kopfball und lässt Neuer keine Chance. Die Deutschen sind irritiert und versuchen zu drücken, aber bis zur Pause will da auch nichts mehr reingehen.
In Hälfte zwei tut sich erstmal nichts. Deutschland kommt dann aber durch einen genialen „Havertz-Hair-Moment“, bei dem er dem Ball sanft Richtung mitgibt zum verdienten Ausgleich in der 54. Minute. Deutschland dominiert weiter, aber ist viel zu selten zwingend und muss in die Verlängerung. Dort wird dann ein Tor von Jonathan Tah aberkannt und es bleibt beim 1:1. Und ja, Deutschland bringt ihn einfach nicht rein, köpfelt zu zentral und das Spiel wird zunehmend ruppiger.
Und dann kommts tatsächlich zum Elfmeterschießen.
Fahrlässig. Deutschland ist schon weg. Paraguay und Neuer bringt sie wieder zurück. Und dann verschießt Tah und Canale macht den Sack zu.
Deutschland ist raus, verliert 4:5 nach Elfmeter. Bitter. Aber auch selbstverschuldet. Wir schreiben die dritte Staffel von „Goodbye Deutschland! Die Auswanderer“.
EDIT von Florian zu den Punkten im Tipptoto…folgt in Kürze.
Über volle 6 Punkte und einer Erfolgsquote von 100% dürfen sich Susette, Bufo Bufo, lübi, the walking dad, LEILALALA, TISSI, Wurstbaron, pronsky beat, busy petting the cat und Pippi 71 freuen. Paraguay im Achtelfinale? Verdiente Punkte. LEILALA stürmt mit ihrem richtigen Tipp 52 Plätze nach vorne und findet sich auf einmal in den Top 100 wieder, in Schlagweite zu den Fuffzigern.
In Führung bleibt Hopp Schwiz, er hat bereits 100 Punkte auf dem Konto. Dahinter folgt der außer Konkurrenz agierende Tipico-Tipp und auf Platz 3 Dan Tan und Karlheinz Schürrle, das dynamische Duo aus einem Walserort am Tannberg. Ihre Leistung (bis dato) ist besonders hervorzuheben, hat doch besagtes Dorf einen Fußballplatz der nur von Juli bis September (halbwegs) grün ist und somit verfügen die beiden über so viel Ahnung vom Fußball wie Schneckerl von der Grammatik. Auf Platz fünf folgen jedenfalls Deif und Tombalabomba, auf Platz sieben lauern Tippczeker, Jay-Jay und Ivan Campo, der gefürchtete Quiz-Gott.
Insgesamt 7 Unglücksraben und Unglücksräbinnen haben heute 0 Punkte gemacht. Fast schon standesgemäß ist SAKA in diesen Kreisen zu finden. Damit sie heute nicht so alleine ist, gesellen sich zur „Nullerpartie“ noch Momo2011, Schuschu, Titelfavorit, Köbi, Babu und Speedy2489 dazu. Gemeinsam statt einsam, das nenne ich Teamspirit. Babu möchten wir hier noch besonders hervorheben, er hat 46 Ränge eingebüsst und fliegt hochkant aus den Top 100 wie ein KPMG-Berater mit Schlips und ausgedruckter PowerPoint Präsentation vor der Tür vom Berghain in Berlin.
Somit bleibt SAKA ganz am Ende der Tabelle, vor ihr liegen Prälatendamm Kickers und Momo2011.

„mit einem absoluten Shinkansen-Zug zum Tor den Trionda in der Ecke versenkt“ – legendär!!! 😉
Danke Reiner!
Vielen lieben Dank für den wunderbaren Gastbeitrag!
Im Gegensatz zu den Exweltmeistern Brasilien und Deutschland läuft das Tipptoto heuer zu einer neuen Höschstform auf 😊
Vielen Dank Reiner für den Gastbeitrag, sehr leiwand! Shinkansen-Zug zum Tor & Goodbye Deutschland sind jetzt scho legendär.