Das zweite Viertelfinale in L.A. bestritten bis dato schnörkellose Spanier und bissige Belgier. Kommentiert wurde das heutige Match von Team Xiberg: Oliver Polzer, der gerne seine Oliven am samstäglichen Markt in Dornbirn einkauft und Michael Liendl, der gebürtige Vorarlberger und Kicker des FC Nenzing und FC Thüringen (mit weiteren unwichtigen Stationen bei Hobbyvereinen wie der Austria Wien, Fortuna Düsseldorf und Twente Enschede). Schiedsrichter ist Michael Oliver aus England, der (so viel darf man vorwegnehmen) eine hervorragende Partie pfeift.
Es entwickelt sich von Beginn an ein munteres Spielchen, mit den erwarteten Verläufen. Spanien kombiniert munter von links nach rechts nach links nach rechts nach links nach rechts und wartet auf die Lücke. Belgien wartet. Und wartet. Und wartet. Und verteidigt ziemlich gut. Keine Partie zum Zungenschnalzen, aber schön anzusehen allemal. Oliver Polzer deutet an, dass er schon schlechtere 0:0 gesehen habe. Vielleicht meint er ja zum Beispiel das Spiel England gegen Nigeria bei der WM in Südkorea und Japan, bei der Polzer das erste Mal kommentieren durfte? Ja, seit mehr als 20 Jahren kennen wir ihn schon. Hier übrigens für Puristen das damalige Match in voller Länge im britischen Originalkommentar (Anfrage beim ORF-Archiv läuft). Anyway: In der 30. Minute ist der Bann für die Spanier gebrochen. Pedro Porro mit der scharfen Hereingabe, Olmo spitzelt aufs Tor, Courtois kann nicht festhalten und Ruiz staubt ab. Allgemeine iberische Erlösung macht sich breit. Spanien bleibt am Drücker und zaubert nun auch das eine und andere Mal, allen voran „Yamine Lamal“ (sic!). In der Zwischenzeit gibt es von Schiri Michael Oliver einen rüden Rempler gegen Dani Olmo – aus unserer Sicht rein Rot. Olmo nimmts mit Humor, wissend dass Spanien sowieso im Ballbesitz geblieben wäre. Doch genau in diese Hochphase hinein folgt die kalte belgische Dusche. Mit dem ersten nennenswerten Angriff gelingt Belgien der Ausgleich – De Ketelaere ist per Kopf nach einer Flanke von rechts zur Stelle. Mit diesem 1:1 geht es in die Pause.
Kurz nach dem Anpfiff zur zweiten Hälfte verrät uns Michael Liendl noch, dass auch er schon schlechtere Stadien gesehen habe, als der Fünf-Milliarden-Tempel namens SoFi Stadion in Los Angeles. Er könnte vielleicht den berühmten Kanaldeckelplatz der Energie Birkenwiese gemeint haben (herzliche Gratulation zum Jubiläum, übrigens!). Oder den „Katzenmutterplatz“ der Viktoria in Bregenz, dessen verschossene Bälle von der noch niemals gesehene Katzenmutter verflucht werden und einem das Pech am Schuh klebt. Der Fluch kann nur aufgehoben werden, in dem man 3x schnell OTTAKRINGER-OTTAKRINGER-OTTAKRINGER rückwärts murmelt und das Blech exxt. Funktioniert jedenfalls sehr zuverlässig.
Am Feld des schnöseligen SoFi-Stadiums bleibt derweil alles beim Alten…Spanien passt sich durch die Reihen und wird immer stärker, was auch an der Hereingabe von Ferran Torres, Nico Williams und gegen Ende des Spiels Mikel Merino liegt. Und wieder ist es der Super-Joker Merino, der, nicht wie gegen Portugal in der 91. Minute, sondern in der 88. Minute den Siegtreffer zum 2:1 erzielt. Aber: Dieses Mal unter tatkräftiger Mithilfe von Belgiens Ersatzkeeper Lammens, der einige Minuten zuvor für den verletzten Courtois eingewechselt wurde. Die Elf von De la Fuente bringt die Führung hochgradig ungefährdet ins Ziel und steht im Halbfinale. Belgien konnte das Spiel für eine gewisse Zeit offenhalten, so richtig gefährlich wurden die Pommesbomber von der Nordsee jedoch nie. Am Ende ein hochverdienter Sieg und wir dürfen uns auf einen echten Hochkaräter im Halbfinale freuen: Frankreich vs. Spanien.
Das. Wird. Ein. Fest.
Bringt ein Sieg des amtierenden Europameisters die Tipptoto-Tabelle ins Wanken? Die Antwort ist Nein. Die ersten 38 Plätze haben allesamt auf das Weiterkommen von Spanien gesetzt. Ganze 187 von 215 Personen haben heute fünf Punkte gemacht. Die Veränderungen in den Platzierungen sind also eher von der marginalen Seite. Außer bei der „Brigade Anti-Iberia“ mit ihrem Leader bebene. Er hat auf das Ausscheiden von Spanien getippt und stürzt als hochrangigstes Mitglied von Rang 15 auf Rang 39 ab. Seine Gefolgsleute – darunter Deif, Slotmachine, CRS07, Joschi, Köbi, Prinzessin Glitzer, Lux, Gusi und Henne – tun es ihm gleich und gehen heute leer aus. Allesamt rutschen sie 20-30 Plätze nach hinten.
In Führung bleibt weiterhin Hopp Schwiz mit inzwischen 147 Punkten und bereits ausgeschiedenem Weltmeister vor $owitasgoht, Ivan Campo und Jenny&Riley mit 142 Punkten. Dicht auf den Fersen ist ihnen Tombalambomba auf Platz 6 sowie Dan Tan, Norbert Nachtweih auf Platz 7 und das Triumvirat rund um Schürrles Korlheinz, Lorenzo und Stonaldo auf dem geteilten 9. Platz.
Morgen geht es dann weiter mit England gegen Norwegen. Bleibt uns bis dahin gewogen.
