Jetzt, in jedem 7. Ei

Man fühlt sich wie in einem Überraschungsei. In jedem 7. Spiel passiert etwas Unerwartetes. Beginnen wir mit Spanien. „Nein!“, denken sich alle, die noch nix gelesen haben, „das darf doch nicht wahr sein!“ Aber Entwarnung. Spanien ist dieses Mal fad. Die Iberer marschieren über Saudi Arabien drüber wie die Opec über die Ölpreise. Ein ungefährdetes 4:0 mit Doppeltorschütze Oyarzabal hilft den Spaniern, wieder in die Spur zu finden. Die Wogen scheinen vorerst geglättet, das ist das Spanien wie wir es kennen und lieben.

Im zweiten Spiel dieser Gruppe, Kapverden gegen Uruguay, finden wir heute das erste Überraschungsei. Denn die Inselkicker aus dem Atlantik holen sensationell ein 2:2 gegen den immerhin zweimaligen Weltmeister Uruguay. In einer kuriosen Partie geht der Underdog 0:1 in Führung. Ein wenig später hilft Uruguays Stürmer Vinas seinem Gegenspieler aus den Kapverden bei einem Krampf, überzuckert dass seine Mannschaft einen guten Angriff fährt, lässt den verletzten Kameraden dem Tode nah liegen und ist beteiligt am Ausgleichstreffer. Das führt zu erheblichen Protesten der kapverdischen Bank, aber das Tor zählt. Uruguay erhöht dann auf 2:1, aber ein Doppelgeschenk von Uruguay in Form eines Querpasses direkt in die Füße des kapverdischen Stürmers und ein unnötiger Sonntagsspaziergang von Keeper Muslera bringen den Ausgleich. Das 2:2 ist auch der Endstand.

 In der Gruppe G durfte Ägypten über den ersten Sieg des Turniers und überhaupt den ersten Sieg bei einer Weltmeisterschaft bejubeln. Die Ägypter warten sage und schreibe seit 94 Jahren auf einen Sieg bei einer WM-Endrunde. Bei ihrer ersten Teilnahme, 1934 in Italien, verloren sie unter dem schottischen Trainer James McCrae (Jahrgang 1894) mit 2:4 gegen Ungarn. Qualifiziert wurde Ägypten durch den Nichtantritt der Türkei in der WM-Quali und dem folgenden Sieg gegen die Fußballnationalmannschaft des Britischen Mandatsgebietes Palästina. Der Rekordtorschütze vom damaligen Palästina war übrigens der in Wien geborene Herbert Meitner. Und so schließt sich der völkerverbindende Kreis von Ägypten, Schottland, Palästina und Österreich und wir springen ins Jahr 2026, wo Ägypten nach einem Halbzeitrückstand noch drei Buden schießt und endlich seinen ersten Sieg bejubeln darf. Siko und Salah mit einem Doppelschlag innert 10 Minuten versetzen Neuseeland in Trance und in der 82. Minute macht Trezeguet den Sack zu.

Im Parallelspiel der Gruppe gibt es das heutige Überraschungsei zwei. Die ewig jungen und ewig talentierten Belgier treffen erneut nicht ins Tor und spielen gegen einen kompakt stehenden Iran 0:0. Die haarscharfe Analyse von Trainer Rudi Garcia dazu: „Wir hatten schon solche Spiele und machen da normalerweise drei Tore. Uns hat es vorne an Effizienz gefehlt, und mit zehn Mann war es nicht leichter.“ Ok, cool. Das trifft ungefähr auf jedes Spiel eines Favoriten gegen einen Underdog zu. Und dass es mit 10 Mann nicht leichter wird sollte auch kein Studium der Raketenwissenschaft benötigen. Wenn Rudi Garcias Halbzeitansprachen ähnlich gehaltvoll sind wie dieses Interview nach dem Spiel wäre es besser, bei der nächsten Kabinenpredigt Zabivaka, Goleo und den Hustinettenbär in die Kabine zu schicken. Dann rennt zumindest der Schmäh.

Beim Tipptoto war heute ein gemütlicher Spieltag. Der Tagessieg geht mit vier Punkten an Österraich, MPGA – Make Peintinho great again und Potl. Kollege MPGA darf sich nun über einen Platz in den Top 50 freuen, er marschiert ganze 49 Ränge nach vorne. Insgesamt 44 Tipperinnen und Tipper kommen heute nicht über einen mageren Punkt hinaus, darunter Capybara (Hydrochoerus hydrochaeris, aus der Familie der Caviidae), Eggu, Piotr, Slim Reaper oder Nox.

Ganz vorne bleibt bebene mit 35 Punkten, dicht gefolgt von Hopp Schwiz auf Platz zwei und $owitasgoht und Ihr habt doch alle keine Ahnung auf Platz drei. Am Ende verteidigt SAKA erfolgreich das Laternele und hat inzwischen einen „komfortablen“ Abstand zu Flexi, Flühencobra, Maboss und Rainbow aufgebaut.

Heute Abend dann der Showdown Österreich – Oargentinin. GOTT BIN ICH MOTVIERT

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